Februar 2011 in Uganda – eigentlich ja nichts besonderes. Und doch wird’s langsam wieder Zeit Revue passieren zu lassen. Mein Januar ist viel zu schnell vorbei gegangen, was vermutlich daran lag, dass ich die ganze Zeit „on the road“ gewesen bin. Zusammen mit Victor habe ich eine fantastische Zeit in Tansania verbracht.
Er ist Freitags Abend angekommen und ich habe ihm am Samstag meiner Familie vorgestellt und ihm ein bisschen hier in Luwero herum geführt. Den folgenden Sonntag haben wir uns Motorräder geliehen (obwohl noch keiner von uns jemals zu vor gefahren ist) und eine Tour zum Lake Albert gemacht. Das hat den ganzen Tag gedauert (500 km), aber wir haben richtig was von der Landschaft gesehen – vom Spaß mal abgesehen
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Kilimandscharo
Zwei Tage später sind wir dann nach Tansania gefahren und haben uns an den „Kili“ gemacht. Wir haben uns die Machameroute ausgesucht, die zu den Anspruchsvollsten, aber auch zu den schönsten gehört. Sie trägt den schönen Namen „Whisky-route“, weil sie im Vergleich zu der Haupttouristenroute, der „Coca Cola Route“, recht schwer und auch nicht so kommerziell ist.
Unsere Crew bestand aus Victor, mir und einer sechs köpfigen Crew(ein Guide, drei Träger, ein Koch und ein „Kellner“). Zusammen mit unserem Guide haben wir uns am ersten Tag von 1400m durch den Dschungel auf bis 3200m geschlagen. Unterwegs sind wir immer wieder anderen Touristen begegnet, aber wie viele es dann tatsächlich waren, haben wir erst im ersten Camp gesehen. Grob geschätzt würde ich sagen 80 Touristen plus 200 Einheimische, die für die Verpflegung etc. zuständig waren. Unglaublich!
Am zweiten Tag haben wir dann den Regenwald hinter uns gelassen und sind weiter aufgestiegen. Je höher wir stiegen desto mehr veränderte sich das Landschaftsbild, es war wirklich beeindruckend! Im Camp auf 3800m haben wir dann einen unglaublichen Sonnenuntergang erlebt (siehe Fotos) und es hat auch das erste Mal in der Nacht gefriert.
Der dritte Tag wurde für die Akklimatisierung eingeplant: wir sind auf 4600m aufgestiegen und schließlich wieder auf 3800m hinunter geklettert. Meistens haben wir die Nachmittage im Nebel verbracht, an den Abenden ist es dann wieder aufgeklart, die Nacht war dann sternenklar und morgens sind wir mit der Sonne aufgestanden. An diesem Nachmittag war es wieder vernebelt und da wir relativ früh angekommen sind, habe ich die Zeit genutzt um unter einem Gebirgsbachwasserfall zu duschen
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Am darauffolgenden Tag erreichten wir unser „Basiscamp“, von dem wir unseren Gipfelsturm starteten. Auf 4600m hat man die Höhe schon richtig stark gemerkt. Mir hat der Schädel gepocht, ich hab meinen Appetit verloren und konnte nicht schlafen. Wir sind schon um 18 Uhr ins Zelt zum Schlafen gegangen, weil wir um 12 Uhr nachts aufbrechen mussten um den Gipfel, nach 6 stündigem Aufmarsch, passend zum Sonnenaufgang zu erreichen.
Wir stehen also gegen 11:30 Uhr auf, trinken Tee und ziehen uns super warm an. Ich habe Socken um meine Flaschen gezogen(damit das Wasser nicht friert) und vier Stunden zuvor noch eine Paracetamol genommen. Wir sind gegen zwölf aus den Zelten gestiegen und haben uns mit Hunderten, so schien mir, auf den Weg gemacht. Die Lichter, der Kopfleuchten, haben sich wie eine Schlange den Berg hinauf gezogen. So beeindruckend es auch war; von dem Moment, als wir das wir das Zelt verlassen haben, hat sich unser „Urlaub“ in wirkliche Qual gewandelt. Sechs nicht enden wollende Stunden sind wir von 4600m auf 5900m Hoch gestiegen. Ich glaube dies war die längste Zeit meines Lebens. Das Problem ist nicht die Höhe gewesen, sondern sich zu motivieren, weiter zu laufen. Auf dem Weg zum Uhuru Peak sind uns einige Touristen entgegen gekommen, die es in der Höhe nicht mehr ausgehalten haben.
Aber letzten Endes haben wir es bis auf die Spitze geschafft und standen gegen sechs Uhr morgen auf dem höchsten Punkt Afrikas (und dem höchsten freistehenden Berg der Welt). Als dann kurz darauf auch noch die Sonne aufgegangen ist, war das das Sahnehäubchen auf der Torte. Ich bin noch nie von Natur so beeindruckt und vor allem bewegt gewesen, wie an diesem Morgen!
Mir taten die Füße weh, es war unglaublich kalt und ich bin einfach nur müde gewesen. Dummerweise mussten wir den ganzen Weg wieder hinunter steigen – immerhin drei volle Stunden. Nach einer halben Stunde habe ich auch gemerkt, dass die Höhe mich auch nicht einfach verschont. Kurz: ich hab mich mehrmals erbrochen. Danach ging es zum Glück besser.
Nachdem wir unser BasisCamp erreichten holten wir eine Stunde Schlaf nach und sind dann drei weitere Stunden auf 3200m hinunter getrabt. Der restliche Abstieg ging dann auch relativ unspektakulär vonstatten…Der Appetit ist langsam wieder gekommen und die Kopfschmerzen verschwanden…
Jedem, der auch über eine Besteigung nach denkt, kann ich nur raten, die Höhe nicht zu unterschätzen…so, wie ich es gemacht hab
Serengeti
Gerade wieder runter vom Berg, startete am nächsten Tag auch direkt unsere vier tägige Safari. Zusammen mit Sara aus Montreal, Andrew aus London, einem Guide und einem Koch sind wir morgens in den Lake Manyara National Park gefahren. Obwohl dieser Park sehr klein war und wir, bis auf einen Elefanten und eine eitle posende Giraffe, eher wenige spektakuläre Tiere gesehen haben, so hat es mir doch echt Spaß gemacht – Schließlich ist es auch mein erster Game Drive gewesen.
Am nächsten Tag sind wir dann in die Serengeti gefahren. Allein die Fahrt zum Park ist atemberaubend gewesen. Ich hab mich gefühlt, als wäre ich in einem Film: grüne Berge im Hintergrund, davor riesige Grasflächen auf denen Gnus, Zebras und Giraffen grasten und vereinzelt runde Strohhüttenanordnungen (Massaidörfer). Wow…
Einmal im Park, habe ich sofort verstanden, warum dieser Nationalpark einer der berühmtesten der Welt ist: endlos scheinende Ebenen auf denen bis 1,8 Millionen Gnus grasen. Daher kommt auch der Name „Serengeti“: übersetzt bedeutet er „weites Land“.
Diese zwei Tage waren der Wahnsinn: unter einem Baum schlafende Löwen, kämpfende Elefanten, ein Leopardenweibchen mit ihrem Jungen auf einem Baum, den Sonnenaufgang in der Serengeti, eine Löwenherde auf einem Baum und ein schlafender Leopard ebenfalls auf einem Baum!!!…Ich denke, die Fotos machen deutlich, wie atemberaubend und schön es gewesen ist.
Die letzte Nacht haben wir in einem Camp verbracht, das am Rande des Ngorongoro Krater liegt. Kurz nachdem wir angekommen sind und unsere Zelte aufgebaut haben, hat uns ein neugieriger Dickhäuter besucht: fünf Meter von uns entfernt hat es ihn überhaupt nicht gestört, wenn wir ihn fotografierten. Nur ein Engländer, der ihm zu nah gekommen ist, hat mal ne Rüsselschelle kassiert
…
Unseren letzten Tag der Safari haben wir im Ngorongoro Krater verbracht. Mit ungefähr 200km² soll er mit die höchste Dichte an Tieren in Afrika aufweisen. Pünktlich zum Sonnenaufgang waren wir in unserem Jeep und fuhren schon den Krater hinunter. So viele beeindruckende Möglichkeiten Tiere anzuschauen hat es jetzt nicht gegeben – schließlich waren wir aber auch extrem verwöhnt gewesen, mit dem was wir tags zuvor gesehen hatten –, aber wir haben eine Löwenherde gesehen, die direkt vor unserem Auto den Weg passiert hat, und außerdem noch mehrere Nashörner. Damit waren unsere „Big Five“ vollständig. Sie setzen sich aus dem Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn zusammen. Kurz: die Tiere, die am meisten in der Vergangenheit gewildert wurden.
Tja, so hat unsere Safari geendet. Wenn ich mir jetzt meine Fotos anschaue, komm ich aus dem Staunen kaum raus. Aber was bleibt, sind die Erinnerungen an eine unglaubliche Zeit in Tansania…
Wieder zurück in Uganda geht für mich jetzt wieder die Schule los. Das bedeutet: Arbeit. Denn wir stehen vor mehreren großen Problemen und Herausforderungen. Das größte wird wohl sein, das Loch im Budget zu stopfen.
Dazu werde ich nächste Woche eine Spendenaktion für ein Schweineprojekt starten. Das werde ich aber alles dann hier auf meinem Blog veröffentlichen. Erwartet also den nächsten Beitrag in naher Zukunft
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Bis dahin wünsch ich frohes Frieren in Deutschland!!!
Fotos:
http://bastiuganda.wordpress.com/2011/02/05/tansania2011/auf-3600m/